Tops der Sportler 2019

Louisa

Wir stehen am Anfang des neuen Jahres 2020. Wir freuen uns schon auf tolle Sportmomente. Gleichzeitig schauen wir aber auch zurück auf ein Jahr mit vielen schönen und bewegenden Momenten im Sport. Hier haben wir euch unsere Tops der Sportler des vergangenen Jahres 2019: 


Rührende Ehrung beim letzten Spiel

Zu Beginn des Jahres spielte Dirk Nowitzki sein letztes NBA Spiel für seine Dallas Mavericks. Die Mannschaft, für die er 21 Jahre auf dem Spielfeld stand unterlag am Ende gegen die Los Angeles Clippers. Doch der Fokus lag auf dem Ende einer besonderen Karriere. Kurz vor Spielende verlangte der Trainer der Clippers Doc Rivers eine Auszeit über die viele Leute verwundert waren. Rivers nahm das Mikrofon und ehrte Nowitzki – Spieler der gegnerischen Mannschaft – indem er auf ihn zeigte und sagte: “Dirk Nowitzki, einer der Größten aller Zeiten”. Die Zuschauer, wie auch die Spieler gratulierten Nowitzki und jubelten für ihn. Der Sportler selbst war von dieser Aktion so gerührt, dass er kaum ein Wort herausbringen konnte und Tränen in den Augen hatte.  

Dirk Nowitzki zu Tränen gerührt nach seinem letzten NBA-Spiel Quelle: Pinterest / The Dallas Morning News


Torjubel mit einer Anti-Rassismus Message

Bei dem EM-Qualifikationsspiel zwischen den Niederlanden und Estland im November sorgten die niederländischen Nationalspieler Gini Wijnaldum und Frenkie de Jong bei ihrem Torjubel nach ihrem ersten Tor für besondere Aufmerksamkeit: Die beiden stellten sich vor die Tribüne und zeigten jeweils auf ihren rechten Arm. Dadurch wollten sie auf Toleranz und Solidarität innerhalb der Mannschaft aufmerksam machen – ganz gleich welche Hautfarbe! Die Fußballer reagieren damit auf ein vorangegangenes Spiel, bei dem ein niederländischer Spieler rassistisch beleidigt wurde und möchten mit dem Torjubel ein klares Zeichen gegen Rassismus setzen.

Niederländische Nationalspieler widmen ihren Torjubel dem Kampf gegen Rassismus Quelle: Pinterest / liverpool.eplfixtures.co.uk

Große Hilfe beim 5000m Lauf

Bei der Leichtathletik Weltmeisterschaft in Doha Ende September bis Anfang August sorgten nicht nur neue Bestzeiten und Medaillengewinne für Aufsehen. Im ersten Vorlauf der Männer über 5000m fing der Athlet Jonathan Busby aus Aruba 300m vor dem Ziel stark an zu taumeln und konnte nur noch gebückt weiterlaufen. Sein Kontrahent der westafrikaner Braima Suncar Dabo packte ihn daraufhin unter dem Arm und half ihm, den letzten Teil der Runde zu laufen. Als wäre diese Herz erwärmende Geste nicht genug, führte Dabo Busby sogar vor sich selbst über die Ziellinie! Für Empörung sorgte danach jedoch der Leichtathletik Weltverband, der den Athleten aus Aruba disqualifizierte, da er unerlaubte Hilfe in Anspruch genommen hat. Trotzdem bleibt das Bild der beiden Athleten und die selbstlose Hilfe in den Herzen der Zuschauer und der Sportwelt.

Große Fair-Play Geste bei der Leichtathletik Weltmeisterschaft in Doha beim 5000m Lauf Quelle: Pinterest / senego.tk


Genesungswünsche und Entschuldigung statt Torjubel

In einer Partie der englischen Premier League Anfang November zog sich André Gomes nach einem Foul von seinem Gegner Heung-Min Son einen Bruch im Sprunggelenk zu. Heung-Min Son erhielt daraufhin eine rote Karte und wurde für das nächste Spiel in der Premier League gesperrt. Doch die Tatsache, dass Gomes durch sein Foul eine derart schwere Verletzung erlitt, setzte dem ehemaligen Bundesliga-Profi so sehr zu, dass er sogar in Tränen ausbrach. Im nächsten Spiel in der Champions League, in der Heung-Min Son nicht gesperrt war, verzichtete er nach einem Tor auf seinen Torjubel, sondern lief zur Kamera und schickte André Gomes mit gefalteten Händen erneut Genesungswünsche. In der Geste und dem gesenkten Blick des Fußballers konnte man sehen, wie sehr ihm die Verletzung an Gomes Leid tat. Fouls und Verletzungen passieren nun mal im Sport, doch wie Son nach seinem Foul reagierte ist menschlich und schön, dass wir solche ehrlichen Emotionen sehen können.

Heung-Min Son mit seiner entschuldigenden Geste nach seinem Tor in der Champions League. Quelle: Pinterest / fyipress.net


Ambitioniert und stark dabei – trotz der Vorurteile

Die junge Leichtathletin Mariam Farid ist für viele Athleten, Sportbegeisterte und besonders für die Menschen in Katar, ein großes Vorbild. Sport war schon immer ihre große Leidenschaft und heute ist sie überglücklich, ihren Sport mittlerweile professionell ausüben zu können. Dabei hat sie aber auch immer wieder mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Zum einen ist es besonders in ihrem Herkunftsland immer noch für viele Menschen unüblich, dass Frauen in der Öffentlichkeit Sport machen, zum anderen gibt es Kritiker aus dem Westen die skeptisch dem gegenübertreten, dass sie mit ihrem Kopftuch und in Leggings Sport macht. Sie lässt sich davon jedoch nicht unterbringen und sagt ganz klar, dass sie Klischees und das Bild, das Leute von Frauen im Nahen Osten haben, brechen möchte: "Ich will die junge Generation inspirieren, Grenzen überwinden und die Art und Weise verändern, wie Frauen im Nahen Osten wahrgenommen werden." 

Farid und Kenza Sosse (400m Läuferin) waren bei der Weltmeisterschaft 2019 in Katar die ersten Frauen, die jemals für Katar bei einer Leichtathletik-WM starteten. Die beiden Athletinnen waren zwar im Vergleich zu der Weltspitze chancenlos, dennoch waren sie stolz die Möglichkeit zu haben ihr Heimatland vertreten zu dürfen und ein Zeichen zu setzen für junge Frauen in Katar.


Das ist nur ein kleiner Überblick über sportliche Momente die uns 2019 berührt haben. Jeder Sportler der in der Öffentlichkeit steht sollte sich bewusst sein, dass er oft auch ohne das bewusst zu initiieren eine gewisse Vorbildfunktion einnimmt. Wenn wir uns das immer wieder als Ansporn nehmen, können wir durch unseren Sport unsere Werte und Wünsche von einem menschlichen Miteinander vermitteln.