Nils Kowalczek: “Liebe Eltern, lebt eure Träume und lasst eure Kinder ihre eigenen Träume leben.”

Louisa

Der ehemalige Hockey National Torwart schaut zurück auf eine Karriere mit vielen tollen Erlebnissen, aber auch Momente, die ihn bis heute bewegen (Nils Kowalczek: “Ich liebe Olympia, aber es tut immer noch weh und bei jeder Eröffnungsfeier kämpfe ich mit den Tränen.”). Aus seinen eigenen Erfahrungen und dem Bewusstsein für die Entwicklungen im Sport hat er die online-Plattform Tinongo ins Leben gerufen, die Eltern und Kinder bei der Wahl der richtigen Sportart unterstützen soll. Eine persönliche Geschichte hat ihn zu dieser Online- Unterstützung bewegt.

Ein etwa 8-jähriger Junge bei uns im Verein, der erst ein paar Wochen Hockey spielte, sagte mir einmal, er würde wieder aufhören. Allerdings nicht, weil es ihm keinen Spaß machen würde, sondern weil seine Eltern es zeitlich nicht schaffen würden. Der Junge war so frustriert, weil er neue Freunde und seinen neuen Lieblingssport aufgeben musste. So schnell würde der Junge erstmal keinen anderen Sport ausprobieren. Dafür war die Enttäuschung zu groß. 
Da dachte ich mir, es muss doch eine Möglichkeit für Eltern geben, sich vorher sinnvoll über Sportarten zu informieren. Kann ich den Sport überhaupt in den Familienalltag integrieren? Finanziell, zeitlich und logistisch? Was bringt es denn, mein Kind in einen Sport zu stecken, den ich gar nicht langfristig unterstützen kann? Im Internet gab es keine Möglichkeit, sich tiefer und objektiv über viele Sportarten vergleichbar zu informieren. Das wollte ich ändern.

Und so entstand schließlich Tinongo. Eine online-Plattform, die Sportarten vorstellt und miteinander vergleicht. Eltern und Familien können sich so über die verschiedensten Sportarten informieren und die passende Sportart für ihre Kinder finden.  

Spaß ist der Hauptfaktor, warum Kinder Sport treiben. Viel wichtiger als der Erfolg ist das Umfeld im Verein und in der Familie. Wenn die Eltern den Sport der Kinder nicht in den Alltag integrieren können, stellt er sich als Belastung dar. Der erste Schritt, den Spaß zu verlieren, ist gemacht. Daher ist es wichtig, dass die Eltern wissen, welchen Sport sie in den Familienalltag integrieren können. Deswegen gibt es Tinongo.
Die online-Plattform Tinongo soll Eltern und Kinder bei der Wahl der richtigen Sportart unterstützen.
Leider ist die gesundheitliche Entwicklung bei Kindern dramatisch. Sport ist hier ein zentraler Baustein für eine Verbesserung. Viel wichtiger als die Frage, welcher Sport zu den Kindern passt, ist die Frage, welcher Sport dauerhaft unterstützt werden kann. Die meisten Kinder finden an fast allen Sportarten gefallen. Entscheidender als die Sportart selbst, ist das Umfeld. Wenn Freundschaften entstehen, dann ist das der wichtigste Baustein. Aber dafür muss auch die Unterstützung der Eltern da sein.

Auf Tinongo finden sich mittlerweile 80 Sportarten, die in deutschen Sportvereinen ausgeübt werden und über die sich Eltern informieren können. Nils ist längst nicht Experte aller dieser Sportarten dafür hat er sich Hilfe bei den Verbänden und bei Botschaftern der Sportarten geholt. 

Alle Fragen werden vom Bundesverband der jeweiligen Sportart beantwortet und die Informationen sind standardisiert und objektiv. Die Fragen sind unter anderem: Ab wann kann man anfangen, wie hoch sind die Kosten für Beiträge und Ausrüstung, wie viele Wettkämpfe gibt es bis hin zu wie viele Vereine gibt es, gibt es dazu eine Datenbank und welche Verletzungen kommen vor.  Dabei können bestimmte Vorlieben gefiltert werden, wie Einzel- oder Mannschaftssport, drinnen oder draußen, wie alt ist mein Kind oder welche Art Sport soll es sein, eher Schwimmsport oder Radsport oder Präzisionssport usw.
Durch bestimmte Filtereinstellungen können passende Sportarten gesucht werden.
Für Vereine bauen wir gerade eine neue Vereinsdatenbank auf, die Grenzen und Sportart-Fokussierung aufbrechen soll. Ziel ist es, die größte Vereinsdatenbank zur Verfügung zu stellen, bei der es Eltern möglich ist, nach angebotenen Sportarten im Umkreis zu suchen. Egal welcher Sport, egal welches Bundesland.
Viele bekannte Namen wie Eric Frenzel finden sich im Podcast den Nils zusätzlich für Tinongo betreibt. / Quelle: Nils Kowalczek privat

Nils hat durch seine eigene Karriere im Leistungssport viele Erfahrungen gesammelt die er gerne an junge Athleten weitergeben möchte. Aber auch die Eltern sieht er als wichtigen Bestandteil in der sportlichen Entwicklung von Kindern. 

In meinen Augen ist es für junge Athleten wichtig, an sich zu glauben und den Spaß nicht zu verlieren. Sobald der Spaß weg ist, wird auch die eigene Leistungsfähigkeit schlechter.Natürlich ist es auch wichtig, sich selbst Ziele zu setzen. Die dürfen auch ambitioniert sein,aber nicht unrealistisch. Man sollte sich nicht als erstes Ziel setzen, Olympiasieger zu werden. Davon kann ich natürlich träumen, aber zu Beginn ist das sicher kein realistisches Ziel. Steckt euch ambitionierte aber nicht unrealistische Ziele und verfolgt diese mit Spaß und Leidenschaft.
Bei Eltern ist es vor allem wichtig, dass sie ihre Kinder zwar unterstützen, aber keinen Druck machen. Wichtig ist, dass die Eltern nicht Ziele für die Kinder definieren, sondern die Kinder bei den selbst gesteckten Zielen unterstützen. So schafft man es, dass das eigene Engagement bei seinen Kindern nicht als Druck, sondern als Unterstützung wahrgenommen wird. Eltern sind Eltern und Trainer sind Trainer. Und liebe Eltern, lebt eure Träume und lasst eure Kinder ihre eigenen Träume leben.

Mehr Infos bekommt ihr auf https://www.tinongo.de/