Familie, Freunde und andere Helden

Louisa

Derzeit stellen für viele Videoanrufe und die sozialen Medien die nahste soziale Verbindung und oft auch der einzige Kontakt zur Familie dar. Für viele Leistungssportler eigentlich eine relativ normale Situation. Oft sind Trainingslager und Wettkämpfe an den unterschiedlichsten Orten der Welt und oft lässt es auch der Trainingsplan und der Trainings- und Wohnort nicht zu, mal eben auf einen Besuch nach Hause zu fahren. Doch unsere Hallen und Trainingsstätten sind geschlossen unsere Wettkämpfe, Turniere und Spiele sind abgesagt, zudem steht Ostern vor der Tür. Viele die doch mal ein paar Tage nach Hause kommen würden um zusammen mit den Großeltern und der Verwandtschaft ein wenig Zeit zu verbringen, sitzen jetzt aber in ihren Wohnungen und fragen sich wann diese Situation endlich vorüber sein wird.

Viele Leistungssportler und junge Sportler die eine Karriere im Sport anstreben, verlassen sehr früh ihre Familien für ihren Erfolg. Sportinternate und Leistungszentren bieten besondere Ausbildungsmöglichkeiten für junge Talente. Doch trotz dem oft frühen Ablösen von Zuhause, spielt die Familie bei vielen Leistungssportlern während der gesamten  Karriere und besonders auch in steinigen Zeiten ein wichtige Rolle. 

Nina Müller spielte über zwei Jahrzehnte Handball auf internationaler Ebene. Ihr Sport zog sie bereits mit 16 Jahren von Zuhause weg und führte sie während ihrer Karriere in Teams nach Dänemark, Slowenien und Ungarn. Für sie ist Dänemark mittlerweile zu einer zweiten Heimat geworden. Doch ihre Verbindung zu ihrem Heimatort in der Nähe von Bremen hat sie bis heute nicht verloren. 

“Während meiner ganzen Zeit im Leistungssport habe ich viele Freundschaften fürs Leben geschlossen. Doch besonders auch meine Familie war immer ein fester Bestandteil auf meinem Weg, für den ich unglaublich dankbar bin.” 

- Nina Müller (ehem. Handball Nationalspielerin: Nina Müller - "Ich hatte 39 Jahre nur Handball im Kopf")

Die Kugelstoßerin Julia Ritter verließ ihre Heimat ebenfalls für ihren Sport. Sie lebte während ihrer Ausbildung zur Bundespolizeiathletin lange Zeit im Bundes Leistungszentrum in Kienbaum nahe Berlin. Heute trainiert und lebt die junge Sportlerin am Olympiastützpunkt in Wattenscheid. Trotz der Entfernung zu ihrer Familie erhält sie immer Unterstützung von zuhause und ihre Familie begleitet sie zu jedem ihrer Wettkämpfe. (Ihre ganze Geschichte erfahrt ihr im Artikel Julia Ritter: "Mit meinem Papa als Trainer bin ich Weltmeisterin geworden. Heute als Sportlerin der Bundespolizei habe ich nochmal ganz neue Möglichkeiten")

Julia Ritter mit ihrer Familie nach ihrem Bronze Erfolg bei der U23 Europameisterschaft 2019


Auch Phillip Trenkler hat für seine Zeit im Leistungssport seine Heimat verlassen. Durch eine Rückenverletzung musste er seine Karriere frühzeitig im Alter von 25 Jahren beenden. Besonders in dieser schweren Zeit gab ihm seine Familie den nötigen Halt. (mehr über Phillips Geschichte erfahrt ihr unter Phillip Trenkler (26) - “Von einem auf den anderen Tag war da einfach nichts mehr”

Eine ganz besondere Geschichte erzählte uns auch Ammar Kamel, der mit seiner Familie aus Syrien flüchtete. Sein Vater ging den gesamten Weg zuerst mit dem Boot und schließlich zu Fuß bis nach Deutschland, das Land in dem das große Idol des jungen Radsportlers wohnt. Zwei Jahre später fuhr Ammar zum ersten Mal in den deutschen Meisterschaften ein Rennen gegen sein großes Vorbild. Immer unterstützt wird er von seiner Familie und ist sehr dankbar für die neuen Möglichkeiten, die ihm auch nicht zuletzt sein Vater durch seinen mutigen Weg nach Deutschland ermöglicht hat. (Die gesamte Geschichte von Ammar findet ihr unter Ammar Kamel: "Ich hatte die Wahl zwischen meinem Koffer mit all meinen Sachen und meinem Fahrrad. Ich habe mich für mein Fahrrad entschieden.")


Wie wichtig die Unterstützung von Familie und Freunden ist, wissen aber nicht nur Leistungssportler, die sich von ihrer Heimat lösen oder Sportler wie Ammar mit einer so besonderen Geschichte. Oft verbringen unsere Eltern unzähligen Stunden damit uns an Trainingsorte zu fahren, uns zu unterstützen bei Wettkämpfen rund um den Globus und hinter uns zu stehen auch in schwierigen Momenten. Gerade in den Anfängen einer jeder Sportlerkarriere wäre ohne unsere Liebsten einiges schwerer und manchmal sogar gar nicht möglich. 


Es wird Zeit, gerade jetzt in dieser besonderen Situation, in der wir vielleicht auch wieder Momente finden, in der wir uns von unserem stressigen Alltag loslösen können, auch einfach mal wieder Danke zu sagen, an alle die uns auf unseren Wegen im Leistungssport begleiten und unterstützen. 


Auch ich möchte heute danke sagen an meine ständigen Begleiter und meine Familie für die Unterstützung quer durch Deutschland und Europa.

Meine Familie als Unterstützung bei meiner Junioren Weltmeisterschaft in Ungarn 2018


Du möchtest von deiner ganz besonderen Geschichte erzählen oder einfach jemandem Danke sagen für seine unglaubliche Unterstützung? Schreib mir unter louisa@athlet.one  - Ich freue mich über deine Nachricht, mit deinen ganz persönlichen Erfahrungen und vor allem bleibt zuhause und schützt nicht nur euch selbst sondern auch eure Liebsten. 

Foto Startseite: Familie und Freunde von Spielerinnen bei der U20 Handball Europameisterschaft 2017 in Slowenien Photo: Sasa Pahic Szabo